Strecken mit Ausgleich höherer Ordnung

Modell und Bestimmung der Parameter

Regelstrecke

Wird eine zuvor in Ruhe befindliche Regelstrecke mit Ausgleich höherer Ordung mit einer sprunghafte Änderung der Eingangsgröße beaufschlagt und entspricht der Verlauf des Ausgangssignals der nebenstehenden Abbildung, so kann das Verhalten der Regelstrecke mit dem folgenden mathematischen Modell beschrieben werden:
Modell: Strecke mit Ausgleich höherer Ordnung
Sprungantwort Strecke mit Ausgleich höherer Ordnung

Bei diesem Modell handelt es sich um ein Modell für eine Strecke mit Ausgleich 1. Ordung verschoben um eine Zeitdauer Tu. Kenngrößen einer derartigen Strecke sind der Verstärkungsfaktor Ks, die Ersatztotzeit Tu und die Ersatzzeitkonstante Tg. Eine einfache Methode die Kenngrößen zu bestimmen besteht darin, sie aus der Sprungantwort auf grafischem Weg abzuleiten.

Bedeutung und Berechnung von Ks :

Wirkt auf eine Strecke mit Ausgleich eine konstante Eingangsgröße y ein, so ergibt sich für den stationären Endwert der Ausgangsgröße y.
x = KS * y.
KS gibt demnach an, wieviel Mal sich die Eingangsgröße bei der Übertragung vom Eingang auf den Ausgang vergrößert hat.
Grundlage für die Berechnung von Ks bilden die gemessenen Werte von X0 (Anfangswert Regelgröße), X1(Endwert Regelgröße) und y' bzw. y (Größe des Eingangssprunges). Ks berechnet sich dann aus:
mathematische Herleitung

Bedeutung und Bestimmung von Tu, Tg :

Die Zeitkonstanten bestimmen die Dynamik eines Systems,d.h. sie bestimmen die Trägheit der Strecke und das Übergangsverhalten zwischen dem Anlegen einer sprunghaften Änderung am Eingang und dem Erreichen des stationären Endwertes.
Tu wird als Ersatztotzeit bezeichnet; Tg als Ersatzzeitkonstante.
Beide Kenngrößen können auf grafischem Weg ermittelt werden. Hierzu wird (wie im nachfolgenden Bild dargestellt) die Wendetangente in das Diagramm eingezeichnet. Der Schnittpunkt mit der Zeitachse legt die Ersatztotzeit Tu fest. Aus dem Schnittpunkt der Wendetangente mit der Geraden X(t) = X1 kann die Ersatzzeitkonstante Tgermittelt werden.


zurück letzte Aktualisierung: 10. Februar 1999 ITC-Leipzig